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Daniel Düsentrieb schwimmt im Viktoriabad

Der 68-jährige Uwe Hieronimi stellt seine Erfindung vor: Die Schwimmstrippe soll stressfreies Rückenschwimmen ermöglichen, weil sich der Sportler - angedockt an den Beckenrand - nicht von der Stelle bewegt

Von Ayla Jacob

Bonn-Zentrum. Uwe Hieronimi steht am Beckenrand und hält seine "Endlos-Wendlos-Sorglos-Schwimmstrippe" in der Hand. Dieser rote Gurt, an dem ein schwarz-weißes Gummiband und ein kleiner Saugnapf befestigt sind, soll das Schwimmen im Allgemeinen und das Rückenschwimmen im Besonderen revolutionieren? Wohl kaum.

 

Oder doch? Badeanzug an, rein ins Wasser. Den Saugnapf am Schwimmbeckenrand befestigen, Gurt um den Bauch, festziehen und erst mal auf den Rücken legen - um sich ganz gemächlich an die nächste Lektion heranzutasten: das Rückenschwimmen.

Zunächst fühlt sich das ganze etwas wackelig an. Denn für einen eher unerfahrenen Rückenschwimmer ist das alles nicht ganz so einfach. Doch schon nach wenigen Sekunden stellt sich ein Gefühl der Sicherheit ein. Jetzt muss nur noch die eigene Hüfte nach oben: "Arme zuerst bewegen", gibt Hieronimi letzte Anweisungen. Und tatsächlich, es funktioniert. Wenn auch schwerer als erwartet.

Denn anders als beim normalen Schwimmen leistet die Schnur erheblichen Widerstand. Und zieht einen erbarmungslos immer wieder in Richtung Wand. Mit dem richtigen Takt und der richtigen Koordination zwischen Armen und Beinen geht´s dann doch.

Konditionell ist zwar - zumindest in meinem Fall - nach ein paar Minuten Schluss. Aber Spaß macht es trotzdem. Und nicht nur das: "Das Schwimmen mit der Schwimmstrippe ist außerdem effektiv", sagt Sportphysiotherapeut Markus Birk.

"Man kann endlos schwimmen - örtlich und zeitlich", sagt Hieronimi, der früher als Sportlehrer Hauptschüler unterrichtete. Denn wer mit der Schwimmstrippe am Beckenrand andockt, "braucht nur drei Quadratmeter Platz". Dass die Übungen an einer Stelle stattfinden, würde auch den Schulsport vereinfachen: Denn anstatt hinter den Schülern herzulaufen, hätte der Lehrer sie vor sich in einer Reihe. Und könnte so von oben Anweisungen und im Wasser besser Hilfestellungen geben, sagt der Bonner Erfinder.

Von der Idee bis zur Schwimmstrippe dauerte es zwei Jahre. So lange brauchte Hieronimi, um seine Erfindung fertigzustellen. "Mein Arzt hat mir empfohlen, mit dem Rückenschwimmen anzufangen, weil ich nur noch krumm gehen konnte", sagt der 68-Jährige. Im öffentlichen Schwimmbad dann die Ernüchterung: Ohne Sicht nach hinten einfach ins Blaue schwimmen - "da war meine Vorstellung von entspanntem Schwimmen nach einigen Blessuren vorbei".

Schnell erwachte der Erfinder in Hieronimi. Wie beim Autofahren wollte er sich mit einem Rückspiegel Sicht verschaffen. Gesagt, getan: An einem Stirnband befestigte er ein Brillengestell, das mit einem Spiegel verschönert wurde. Auf dem Rücken liegend stellte sich die Brille auf, sodass der Schwimmer - mit dem Spiegel - nach hinten schauen konnte. Durchgesetzt hat sich der Prototyp aber nie: "Durch die Spritzer beim Schwimmen konnte ich innerhalb weniger Minuten nichts mehr sehen", erzählt Hieronimi.

Die Schwimmstrippe hingegen ist längst aus den Prototyp-Schuhen hinausgewachsen. Ein Sportartikelhersteller hatte Hieronimi seine Erfindung längst abgekauft, wollte sie vermarkten. "Den Vertrag habe ich aber gekündigt", sagt der 68-Jährige, weil die Vermarktung nicht ordentlich gemacht worden sei. Jetzt gibt es die Schwimmstrippe halt für 25 Euro beim Erfinder - oder in den Bonner Bädern.

Hans Jürgen Hartmann, Leiter des städtischen Sport- und Bäderamtes, ist von der Erfindung begeistert: "Er ist der Daniel Düsentrieb der Schwimmbäder. Wir hoffen, er erfindet noch mehr." Und wenn sich die Schwimmstrippe bewähre, würde sie ins städtische Kursangebot aufgenommen.

Das wird sie wohl. Denn auch denjenigen, deren Lieblingsbeschäftigung nicht gerade das Schwimmen ist, macht die Schwimmstrippe wohl Lust auf mehr. Mal sehen. Vielleicht klappt´s beim nächsten Mal ja länger als nur ein paar Minuten.


Die Kontaktdaten des Erfinders:
 
uwe.hieronimi@web.de  oder schwimmstrippe@googlemail.de
und der Rufnummer (02 28) 96102929


(27.02.2008)